Knochen kaputt.

Der Herbst soll wohl nicht meine Zeit sein, vielleicht sollte ich einfach für die zweite Jahreshälfte keine Wettkämpfe mehr planen.

Ich hatte ja von meinem Mißgeschick am Ende der 3. Greifschen Trainingswoche berichtet und weil ich mir nicht sicher war, ob ein vielleicht ausgerenkter Zeh nicht besser schnell wieder eingerenkt wird, bin ich am Montag morgen doch noch fix beim Orthopäden vorbei.

Das Röntgenbild zeigte leider, dass mein Problemchen nicht am Ende der entspannten Woche behoben sein wird – vielmehr zeigte es einen deutlichen Bruch des kleinen Zehs. Und weil dieser diagonal verläuft und der nun zweigeteilte Knochen an der Bruchstelle etwas verdreht ist, war der Arzt sich nicht sicher, ob ein Tapeverband ausreichen würde oder ob die Knochen zur Heilung mit einem Draht verbunden werden müssen.

zeh rechts

Zwecks Klärung erhielt ich eine Einweisung ins Krankenhaus. Unser Gesundheitssystem schlägt ja manchmal hübsche Kapriolen, hier kommt mal wieder eine: ich rief also noch am gleichen Vormittag bei dem vom Orthopäden empfohlenen Hospital an um mir einen Untersuchungstermin geben zu lassen. Wie gesagt, es ging darum erstmal abzuklären, ob der Knochen gerichtet und mittels Drahteinschuss fixiert werden sollte. Der nette Herr bot mir als Termin den 31.08.2015 an – also in genau zwei Wochen. Ich wies ihn nochmal freundlich darauf hin, dass es sich hierbei um einen Bruch handele und fragte, ob das dann nicht vielleicht ein wenig spät für eine Behandlung wäre. Das bejahte er auch und konsultierte nochmal seinen Kalender, um mir dann den 26.08. vorzuschlagen – immerhin 5 Tage früher.

Ich legte auf und rief im Ev. Krankenhaus in Hagen-Haspe an, dort wo man mir im letzten Jahr schon so vortrefflich das Knie saniert hatte.

„Kommen Sie einfach vorbei, Sie müssen aber etwas Zeit und Geduld mitbringen…“ – ok, das war mir vorher klar, aber mindestens so sollte das ablaufen.

Und so sass ich gegen Mittag in der Ambulanz und brauchte auch lediglich knappe zwei Stunden warten, bis ein Chirurg sich meinen Zeh und die zugehörigen Röntgenbilder fix besah.

Ergebnis:

Man kann den Zeh gerade ziehen und dann von oben zwei Drähte reinschiessen, dann wächst er gerade wieder zusammen. Das ganze passiert unter Narkose und sechs Wochen später werden die beiden Drähte wieder heraus gezogen.

Oder man taped ihn und legt eine  Zügelverband an. Der Zeh wird dann etwas schief zusammenwachsen. Da der Zeh aber nicht mehr im 45°-Winkel absteht ist keinerlei technische Beeinträchtigung beim tragen von Schuhen oder beim Laufen zu erwarten. Ich hätte halt nur optisch einen krummen Zeh. Dauer dieser Variante ebenfalls 6 Wochen.

Ihr könnt euch denken, wozu ich mich entschieden habe, gelle?

Was stört mich ein krummer, kleiner Zeh, der sonst keinen Ärger mehr macht.

Dafür keine zwei operativen Eingriffe und die Chance, wenn schon nicht zu laufen, dann aber vor Ablauf der 6 Wochen zumindest schon wieder zu schwimmen und aufs Rad zu steigen.

Eine zweite Kuriosität gab es noch: während die sehr nette Schwester, die im Krankenhaus den Zügelverband anlegte fragte, ob ich daheim Tape hätte, um mir nach dem duschen selbst einen neuen anzulegen, schlug der Orthopäde gestern die Hände über dem Kopf zusammen und meinte, den Verband dürfte ich auf keinen Fall selber abnehmen und der müsste mindestens 10 Tage unberührt und zum duschen in eine Plastiktüte…

However, ich übe mich mal in Fatalismus. Ich denke einfach nicht darüber nach, dass der Greif Plan die ersten drei Wochen wirklich gut funktionierte und sich Fortschritte zeigten, die mich zuversichtlich auf eine Zeit kleiner 3:30 hoffen liessen. Nun fällt der Marathon am 20.09. ins Wasser und bei „Rund-um-Ennepetal“ bin ich in diesem Jahr auch nicht dabei.

Es ist schlicht nicht zu ändern. Positiv ist immerhin, dass es keine Verunsicherung a´la „was wird danach“, wie im letzten Jahr mit dem Knie gibt.

Ohne Rund um Ennepetal, den Lidoma und mit 6 Wochen Laufpause werde ich wohl auch in diesem Jahr nicht die 63 km beim Röntgenlauf laufen.

Vielleicht gönne ich mir stattdessen einfach einen relaxten kürzeren Lauf ohne große Ambitionen, zum Beispiel den Rothaarsteig oder etwas ähnliches.

Das ärgerlichste in dieser Woche ist, dass ich so nicht einmal spazieren gehen kann – ich sitze einfach viel zu viel rum und könnte vor Bewegungsdrang explodieren.

Naja, aber vielleicht ist der Schmerz in der nächsten Woche schon weg und ich kann mich zumindest mit dem Rad etwas bewegen. Wir werden sehen…

Letzte harte Woche

Nach dem Aussetzer in der vorigen Woche, sollte diese Woche zeigen, wo ich denn mit meiner Marathonvorbereitung nun gelandet bin.

21.05.2013 – Normaler Lauftreff, Rippe ziept nur bei richtig tiefem einatmen, ansonsten fühlt sich nach der Woche Pause alles super an. Es hätten 17,6 km in 6:09 sein sollen, es waren aber nur 11,6 km in 6:16

22.05.2013 – Da der Dienstag so gut lief, aber nicht die Kilometer beinhaltete die er sollte, gab es statt des Pausentages einen kleinen Zusatzlauf. Und weil es sich immer noch supergut anfühlte, habe ich nicht einfach nur die Kilometer nachgeholt, sondern auch gleich die verpassten Intervalle aus der letzten Woche, Details standen schon hier.

23.05.2013 – 16 km sollten es sein, davon 11,2 km als Tempodauerlauf in 5:23. Tatsächlich war es aber ein normaler Lauftreff mit 14 km in 6:10

25.05.2013 – Willi-Comin-Gedächtnislauf, quasi als Ersatz für den Tempodauerlauf ein kleiner Wettkampf. Überwiegend über Waldwege, leicht profiliert geht es ca. 3,5 km aufwärts und anschließend wieder hinab. Der Lauf endete mit einem Ergebnis, mit dem ich sehr zufrieden bin: 12 km in 57:11, macht einen Schnitt von 4:46.

26.05.2013 – Nach dem Wettkampf am Samstag ein langer Lauf am Sonntag. Vielleicht liess sich dies vorgegebene Pace von 6:09 deshalb nicht halten, es blieb bei 6:37 mit einem meckerndem linken Knie am Ende (welches sich aber auch am Samstag nach dem lauf schon beschwerte). Auf der anderen Seite hatte ich bei den langen Läufen bislang zwar nie das Problem anzukommen, dafür aber regelmäßig das vorgeschlagene Tempo zu halten. Aber Tempo sei mal vergessen, in Duisburg geht es erstmal um vernünftig ankommen. Wobei ich mich schon frage, wie sich Beine nach 42 km anfühlen, wenn sie sich schon nach 32 anfühlen wie gestern… *rolleye*

Die Schuhwahl für den Rhein-Ruhr-Marathon wird eine Sache des Bachgefühls. Die Ghost sind neu, waren aber gestern bei den 31 Kilometern problemlos und durchgehend bequem. Gleiches gilt für die Saucony Guide 5, mit 120 km recht frisch, aber auch problemlos auf einer langen Distanz getragen. Der GT-2170 bleibt mit seinen knapp 680 km als Backup in Hinterkopf und Kofferraum.

Jetzt folgt eine Woche locker, eine tapern und dann schauen wir mal…